Lösen vom Materialismus

Der Materialismus heutzutage ist gefühlt unendlich groß und ich will mich immer weiter davon lösen. Das Reisen hat mir sehr dabei geholfen und auf dieser Seite will ich einmal darstellen, von was ich mich gelöst habe und ich will den Dingen einen Wert zuweisen.

Beginnen wir das ganze mit einer Story, die mir während meiner Zeit in Quito, Ecuador passierte.

04.03.2018
Es hat sehr lange gedauert und ich hätte sowieso nie damit gerechnet, dass es demnächst mal soweit ist. Dennoch hatte ich eine Vorahnung. Gestern habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, wenn ich mein Smartphone verlieren würde. Da es nicht der Fall war, habe ich auch nicht weiter darüber nachgedacht.

Samstagnacht, 3.3.18 waren wir feiern und auf dem Rückweg mit dem Taxi passierte es. Wir waren bereits im Fahrstuhl als ich bemerkte, dass mein Smartphone nicht mehr in meiner Hosentasche ist. Es muss mir wohl aus der Tasche gerutscht sein, als ich im Taxi saß. Auf dem Sofa reproduzierte ich den Vorgang und war mir sicher, dass es so gewesen sein muss. Die neue Hose, die ich an hatte, hat blöd geschnittene Taschen.

Ein kurzer Schock machte sich breit. Schließlich war es das erste Mal, dass ich so etwas in der Art verlor.

Mein Smartphone nutzte ich unterwegs eher wenig, da ich keine ecuadorianische SIM-Karte habe und es nur mit WLAN an Wert gewann. Auch war es im Flugmodus, da mich eh keiner anruft und somit ließ es sich auch nicht anrufen. Es war eben weg.

 

Eine Woche später

Ich habe mir noch kein neues Smartphone zugelegt und werde dies auch in naher Zukunft nicht tun. Mir gefällt es sehr ohne und es macht mich noch freier. Natürlich bin ich etwas traurig um ein paar Daten und Telefonnummern, aber das meiste lässt sich ersetzen. Ebenfalls wurde ein weiterer Schritt in Richtung “detaching from materials” (Lösen vom Materialismus) getan. Ob ich wollte oder nicht.

Jedes Mal, wenn ich mich von etwas gelöst habe, ging es mir nur besser. Angefangen hat es in Berlin, schon Monate vor dem Reisen. Ich ging nicht mehr Shoppen, da ich genügend Shirts, Hosen und anderes habe. Kleidung erfüllt seit dem größtenteils nur noch den Zweck des Schutzes und der Wärmespendung.

Mit dem Lösen von materiellen spielt das weniger Wert legen auf Geld auch eine große Rolle. Dahingehend habe ich den Fokus mehr auf Emotionen gelegt. Wenn ich mir mit Geld etwas kaufe, dann soll es möglichst mit Emotionen verbunden sein. Abgesehen davon, wenn ich bspw. Wasser kaufe. Doch könnte man sicherlich auch diesen Vorgang mit Emotionen verbinden.

Wir Menschen erinnern uns eher an Dinge, die mit Emotionen verbunden sind. Natürlich verursachen viele Dinge Emotionen. Der Kauf des neuesten Smartphones tut dies auch. Nur sind diese Emotionen begrenzt und halten nicht ewig. Hingegen der Sprung von einer Brücke tiefergehende Emotionen erzeugt. Du wirst dich immer an diesen Moment erinnern und dein Körper schüttet erneut Serotonin und etwas Adrenalin aus.

 

Die Verabschiedung

Von den folgenden Dingen habe ich mich bereits gelöst bzw. besitze ich sie noch, sind sie aber irgendwo verstaut, solange ich unterwegs bin. Dies betrifft Kleidung und andere Dinge die noch in Berlin sind. Wenn ich mal wieder in Berlin bin, werde ich die Dinge verschenken oder verkaufen, um dieses Geld wieder in Emotionen zu investieren 😉

Gegenstand Prozent
Kleidung* 10
Smartphone 15
Fernseher 15
Möbel* 10
Gelöst: 50

* aufs nötigste begrenzt

Die Tabelle wird nie 100 % erreichen, da ich zum Beispiel nie ohne meinem Computer auskommen werde und will. Er ist schließlich mein Arbeitsmittel.

 

Es braucht Zeit

Sich vom Materialismus lösen erfordert einen starken Willen und auch Überzeugung. Es passiert nicht von heut auf morgen, sondern braucht Zeit. Zudem finde ich es auch wichtig, zu wissen warum man es macht. Aus jetziger Sicht kann ich für mich sagen, dass ich mich freier und ungebundener fühle. Viele Dinge habe ich noch vor 1-2 Jahren irgendwo hin verstaut, weil ich sie nicht wegschmeißen wollte oder ich dachte, du wirst es irgendwann nochmal brauchen. Nur in den wenigstens Fällen war dies auch der Fall.

Die einzige Verbindung die ich jetzt noch aufbaue ist zu Menschen. Diese geben einem wirkliche Emotionen zurück. Besonders während des Reisens habe ich bemerkt, wie sehr Menschen die eigene Wahrnehmung beeinflussen und welch schöne Momente sie verursachen können. Die letzten Monate sind mir mehr wert als mein verlorenes Smartphone. Das Smartphone lässt sich ersetzen, die Momente und Erfahrungen meiner Reise nicht <3

Das Wort zum Anfang der Woche. Egal wann ihr es lest, habt eine schöne Woche und genießt euer Leben, in dem ihr den Moment lebt!